Auszug aus einem Privatgutachten

Inhaltsverzeichnis:

  • Nicht monetäre Bewertung einer vorhandenen Tropfkörperkläranlage
  • Anlagengestaltung
  • Nachteile der vorhandenen Kläranlage
  • Modernisierung ist die zweckmäßigste Lösung!
  • Nicht monetäre Bewertung einer vorhandenen Tropfkörperkläranlage
  • Vorteile des vorhandenen Tropfkörperverfahrens
  • Betriebskosten

Das vorhandene Tropfkörperverfahren hat den Vorteil, dass es zu den Abwasserbehandlungsverfahren mit den niedrigsten Energie- und Betriebskosten zählt.

Die heutigen modernen Abwasserbehandlungsverfahren weisen in der Regel einen erheblich höheren Energieverbrauch und auch einen hohen Chemikalienverbrauch im Vergleich zu dieser Tropfkörperkläranlage auf.

Diese hohen Verbräuche an Energie und Chemikalien sind Nachteile, die im deutlichen Widerspruch zum Anliegen des Umweltschutzes stehen, dessen wesentlicher Bestandteil auch der Gewässerschutz ist.

Die Vorteile – niedrigste Energie- und Betriebskosten – konnten bisher genutzt werden, weil diese Tropfkörperkläranlage zum Zeitpunkt ihrer Errichtung recht teuer war. Das war der Preis für die jahrzehntelangen niedrigen Betriebskosten.

Es handelte sich also für die damalige Zeit um ein sehr anspruchsvolles Verfahren.

Das kann es auch heute wieder sein, wenn die Vorteile akzeptiert, entsprechend bewertet und die Potentiale, welche in der alten Kläranlage „schlummern“, mit den heutigen modernen Mitteln erschlossen werden.

Die Kläranlage verfügt auch über eine Schlammbehandlung und Schlammentwässerung.

Bekannt ist, dass die eigentliche Abwasserbehandlung technisch und wirtschaftlich kein Schwerpunkt einer Kläranlage ist. Der eigentliche Schwerpunkt liegt in der Regel bei der Schlammbehandlung, Schlammentwässerung und Schlammbeseitigung.

Auch hier ist die untersuchte Kläranlage der absolute „Sieger“. Die Energie- und Chemikalienkosten sind gleich Null.

Ein unschätzbarer Vorteil für den künftigen Betrieb.

Anlagengestaltung

Unabhängig von dem momentanen Zustand gewertet, ist die Anlage sehr großzügig und übersichtlich aufgebaut.

Sie ist nach den anstehenden Reparaturen wieder leicht zu bedienen.

Die Wartung und Überwachung stellt keine besonderen Anforderungen an das Betriebspersonal.

Von großem Vorteil ist das trocken aufgestellte Abwasserpumpwerk – ein in seiner Herstellung sehr kostspieliges Pumpwerk, das heute unter der Überschrift „Mercedes“ laufen würde, denn welche kleine moderne Kläranlage verfügt schon über ein trocken aufgestelltes Abwasserpumpwerk? Dies kann sich heute kaum noch jemand leisten.

Nachteile der vorhandenen Kläranlage

Die Nachteile der vorhandenen Kläranlage bestehen in erster Linie darin, dass die Wartung der Anlage über viele Jahre derart vernachlässigt wurde, dass nun ein großer Wartungs-, Reparatur- und Modernisierungsbedarf über Jahre angewachsen ist, der teilweise auch akute Formen angenommen hat.

Ein Nachteil ist weiter, dass das Tropfkörperverfahren keine Lobby hat und dass die Kenntnis mancher Wasserwirtschaftler über die Vorteile des Verfahrens im Vergleich zu dem Wissenspotential über das allgemein bekannte und genutzte Belebungsverfahren erheblich geringer ist. Insofern besteht die Möglichkeit, dass der Vorschlag, eine Tropfkörperkläranlage zu modernisieren, nicht überall auf Verständnis stößt.

Möglich wäre wohl auch, dass man eine Billigkläranlage unter dem Preis für den Modernisierungsaufwand bekommen kann. Ob das die Gemeinde tatsächlich will, wäre zu berücksichtigen.

Der Autor weiß, dass der Gebrauchswert einer neuen billigen Kläranlage die vorhandenen und die erschließbaren Vorteile der alten Kläranlage in keiner Weise erreichen wird.

Modernisierung ist die zweckmäßigste Lösung!

Allein aus den Gründen

  • anspruchsvolle Anlagengestaltung,
  • übersichtliche Anlage,
  • niedrigste Energiekosten bei der Abwasserreinigung,
  • keine Chemikalienkosten für die Abwasserreinigung,
  • keine Energiekosten für die Schlammbehandlung,
  • keine Energiekosten für die Schlammentwässerung,
  • keine Chemikalienkosten für die Schlammentwässerung,
  • einfache und leichte Bedienung und
  • einfache Wartung

sollte sich die Gemeinde für den Erhalt ihres Tropfkörperverfahrens einsetzen, auch wenn die Investkosten der Modernisierung gleich oder etwas höher wären, als die Kosten für einen Anlagenneubau mit schlechterem Gebrauchswert.

Die Energie- und Chemikalienkosten werden in der Zukunft erheblich steigen.

In welchem Maße dies erfolgen wird, vermag heute niemand vorherzusagen.

Mit dem Tropfkörperverfahren kann die Gemeinde derartigen Entwicklungen völlig unbeeindruckt entgegen sehen.

Werdau, 19.11.2002

Uwe Halbach

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