Der nachfolgende Artikel wurde mit freundlicher Empfehlung vom EUWID Wasser und Abwasser bereitgestellt

IDA: Zukunft gehört der dezentralen Abwasserbehandlung

Nach Einschätzung des Bundesverbandes Interessengemeinschaft Dezentrale Abwasserbehandlung (IDA), Wiershausen, wird die dezentrale Abwasserbehandlung in den nächsten Jahren deutlich an Bedeutung gewinnen. Sowohl im privaten Bereich als auch bei der industriellen Abwasserreinigung sieht der Verband große Vorteile für dezentrale Verfahren. Er führt neben ökonomischen Aspekten vor allem eine größere Sicherheit – auch vor terroristischen Anschlägen – von dezentralen Systemen an.

Der Verband sieht die Zukunft der dezentralen Verfahren dabei nicht nur für neue Anlagen. Auch bei anstehenden Reparaturmaßnahmen am zentralen System werden laut dem IDA dezentrale nachhaltige Verfahren als Rückbaumöglichkeit gegengerechnet werden. Wenn der Gedanke des „Total Water Managements” sich durchgesetzt habe und die Angst vor neuen Verfahren – spätestens im Generationswechsel – gewichen sei, werde der Rückbau selbstverständlich sein, schreibt der Verband in einem Thesenpapier. Auch im rechtlichen Bereich geht der Verband von einschneidenden Veränderungen aus. Die dezentrale Abwasserbehandlung werde rechtlich so stabilisiert, dass sie völlig selbstverständlich bei allen Neubauten eine gleichwertige Methode der Wahl sein werde, so der Verband.

Des Weiteren verweist der IDA auf das umweltpolitische Ziel der Nachhaltigkeit. Jegliches der Landschaft entnommene Wasser sowie die aus ihm zurückgewonnenen Stoffe müssten dem örtlichen Naturhaushalt in raum-zeitlich angemessener Form wieder zugeführt werden. Wasser und Nährstoffe gehörten in den Boden und nichts ins Meer, heißt es im Thesenpapier.

Die Kosten von privaten dezentralen Lösungen beziffert der Verband auf 3.000 bis 5.000 Euro je Haus (vier Einwohnerwerte). Erweiterungen bis zu 5.000 Einwohnerwerten sind laut dem Verband möglich, ohne zu linearen Kostensteigerungen zu führen.
Einen Kostenvorteil sieht der Verband auch in der Entwicklung neuer Techniken wie der Mikrofiltration. Zukünftig würden Risikobereiche wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Schlachthöfe und andere Einrichtungen eine eigenen Abwasserbehandlung erhalten und vom öffentlichen Kanalnetz abgetrennt. Damit fielen dann große Wasserverbraucher aus der Kostengestaltung, was zu exponentiell steigenden Kosten führen werde.

Der Bundesverband der „Interessengemeinschaft Dezentrale Abwasserbehandlung” wurde bereits 1992 in Kissleg im Allgäu gegründet. Der Verband betreibt die Förderung aller Methoden, die zum Aufbau kleiner Wasserkreisläufe, zur Wassereinsparung und zur Weiter-/Wiederverwendung von Wasser führen.

Kontakt: Bundesverband IDA, Wiershausen,1, 37589 Wiershausen, Tel. 05553/91266, Fax 05553/91277, www.nutzwasser.de

Erschienen in der Zeitschrift euwid – Wasser-Abwasser 13

Europäischer Wirtschaftsdienst GmbH
Bleichstr. 20-22
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www.euwid-wasser.de
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