Inhalt eines Abwasserbeseitigungskonzeptes in Anlehnung an Regelungen im Bundesland Nordrhein-Westfalen

Zielstellung „Abwasserbehandlung“

Das Abwasserbeseitigungskonzept gibt für jede Abwassereinleitung Auskünfte über

  • den Standort der vorhandenen Abwasserbehandlungsanlagen, deren Kapazität und Auslastung bzw. Überlastung
  • die noch notwendigen Baumaßnahmen zur Sanierung vorhandener Abwasserbehandlungsanlagen
  • die neu zu errichtenden Abwasserbehandlungsanlagen, deren Standort und vorgesehene Kapazität
  • die künftig wegfallenden Abwasserbehandlungsanlagen und deren Standort

Zielstellung „Abwasserableitung“

  • Darstellung und Abgrenzung von Teilentwässerungsgebieten mit funktionalen Zusammenhängen differenziert hinsichtlich vorhandener Kanalisation und erforderlicher Kanalisation
  • Darstellung der unterschiedlichen Entwässerungssysteme, notwendige Baumaßnahmen zur Sanierung der vorhandenen Kanalisation

Kostenschätzungen

Die Kostenschätzungen sollen dem derzeitigen Stand der Planung und allgemeinen Erfahrungssätzen für vergleichbare Vorhaben nach dem Preisniveau zur Zeit der Schätzung entsprechen.

Weiterer Inhalt

In das Konzept sind je nach den örtlichen Verhältnissen weitere Aussagen aufzunehmen u. a.:

  • Die Kennzeichnung angeschlossener und anzuschließender Entwässerungsgebiete. Dies empfiehlt sich insbesondere im ländlichen Raum, wenn mehrere Entwässerungsgebiete an die Kläranlage angeschlossen sind.
  • Die Hauptverbindungssammler der Gemeinden. Dies empfiehlt sich bei einer Trennkanalisation.
  • Sensibilitätsprüfung der Wirtschaftlichkeit ausgewählter Alternativen nach den Leitlinien zur Durchführung von Kostenvergleichsrechnungen der Länderarbeitsgemeinschaft WASSER ( LAWA).

Werden die vorstehenden zusätzlichen Angaben gemacht, sind für die Kennzeichnung der kanalisierten Entwässerungsgebiete und der Hauptsammler der Gemeinden verschiedene Symbole zu verwenden.

Planungsraum

Das Konzept bezieht sich grundsätzlich auf Anlagen des Abwasserzweckverbandes.

Notwendiger Inhalt

  • ein Übersichtsplan im Maßstab bis zu 1 : 25.000
  • Angaben zu den Kläranlagen ( Aufstellung 1 – Anlage 1 -)
  • Angaben zu den Sonderbauwerken in der Kanalisation ( Aufstellung 2 – Anlage 2 -)
  • Angaben zu Abwasserleitungen ( Aufstellung 3 – Anlage 3 – )
  • Chronologische Gesamtzusammenstellung aller notwendigen Maßnahmen ( Aufstellung 4 – Anlage 4 – )

Im Übersichtsplan sind schematisch darzustellen:

  • die Lage der Übernahme- und Übergabestellen,
  • der Verlauf der Zulaufleitungen, Verbindungsleitungen und der Ablaufleitungen des Abwasserverbandes, die länger als 200 Meter sind,
  • die Lage der Kläranlage,
  • die Einleitung aus den Kläranlagen,
  • die Lage der Sonderbauwerke.

Es sind für die Kennzeichnung der Übernahmestellen, die Kennzeichnung der Übergabestellen an Dritte ( Gemeinden), die Kennzeichnung der Kläranlagen, die Kennzeichnung der Einleitungen aus den Kläranlagen, die Kennzeichnung der Sonderbauwerke sowie für die schematische Darstellung von Zulaufleitungen, Verbindungsleitungen und Ablaufleitungen verschiedene Symbole zu verwenden.

Angaben zu Kläranlagen

Das Verbandskonzept gibt Auskunft über

  • vorhandene Kläranlagen,
  • vom Abwasserverband noch zu übernehmende Kläranlagen,
  • die noch notwendigen Baumaßnahmen zur Sanierung,
  • neu zu errichtende Kläranlagen,
  • Kläranlagen, die außer Betrieb genommen werden.

Angaben zu den Sonderbauwerken in der Kanalisation

Es sind sowohl die Sonderbauwerke zur Behandlung von Mischwasser als auch die Sonderbauwerke zur Rückhaltung von Abwasser aufzuführen.

Es sind Angaben erforderlich über

  • vorhandene Sonderbauwerke,
  • vom Abwasserverband noch zu übernehmende Sonderbauwerke,
  • die noch notwendigen Baumaßnahmen zur Sanierung,
  • vom Abwasserverband neu zu errichtende Sonderbauwerke,
  • wegfallende Sonderbauwerke.

Angaben zu Abwassereinleitungen

In die Darstellung sind nur Abwasserleitungen des Abwasserverbandes mit mehr als 200 Meter Länge aufzunehmen.

Baubeginn

Es sind folgende Zeiträume zu unterscheiden:

  • Die ersten 5 Jahre: Für diesen Zeitraum ist das Jahr des Baubeginns anzugeben.
  • Die sich daran anschließenden 7 Jahre: Hier werden die Baumaßnahmen eingeordnet, die in diesem Zeitraum begonnen werden sollen. Das Jahr des Baubeginns wird nicht mehr genannt.
  • Der Zeitraum, der nach 12 Jahren beginnt: Hier werden alle Baumaßnahmen eingeordnet, die frühestens nach Ablauf von 12 Jahren begonnen werden können. Eine nähere zeitliche Angabe erfolgt nicht mehr.

Zeitpunkt der Übernahme

Hier ist immer das Jahr der Übernahme anzugeben. Ist die Angabe eines konkreten Jahres bei der Konzepterstellung noch nicht möglich, ist der Zeitraum anzugeben, in dem die Übernahme erfolgen soll. Dieser Zeitraum sollte 5 Jahre nicht überschreiten.

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