Probieren geht über studieren!

(Besser ist aber, wenn man beides beherrscht.)

In Welbsleben wird gerade eine Anlage geplant, mit der die Abluft aus einem beachtlichen Teil der Ortskanalisation abgesaugt werden soll.

Es hat sich bei derartigen Aufgaben immer als schwierig herausgestellt, die Kanalluftströmungsverhältnisse in Abwasserkanälen hinreichend genau zu berechnen.

Die Innovation des Institutes für Wasserwirtschaft Halbach besteht darin, mittels eines Messventilators genau die Zustände im Kanal herzustellen und zu messen, die sich später beim Anlagenbetrieb einstellen müssen, um den gewünschten Wirkungsbereich zu gewährleisten. Damit gelingt es, das Bemessungsrisiko drastisch zu minimieren.

Die umfangreiche komplexe Messanlage ist das Ergebnis einer seit vielen Jahren ständigen Weiterentwicklung durch das Institut für Wasserwirtschaft Halbach.

Die künftige Anlage wird natürlich nicht auf der Straße stehen, sondern ca. 100 m bergauf und sie wird anders aussehen.

Die Nachmessung wurde notwendig, weil sich im Verlauf der Vorplanung ergab, dass ein anderer Absaugpunkt zweckmäßiger  sei.

Aufgrund der günstigen aerodynamischen Bedingungen im Schmutzwasserkanal dieser Ortschaft ergab sich ein recht großer Wirkungsbereich von wenigstens 600 m Kanalnetzlänge und das bei einer voraussichtlichen Leistung des Messventilators von nur 900 Watt.

Die Verkehrssicherung bei den Messungen und die eine und andere Hilfestellung übernahm der Betriebsführer des AZV Hettstedt - die MIDEWA.

Die Errichtung der Anlage wird unterstützt bzw. finanziert von dem AZV Hettstedt und der Gemeinde Welbsleben.

Ursache der Geruchsbelästigungen ist eine am Ortseingang in die Freispiegelkanalisation ausgießende Abwasserdruckleitung mit nicht mehr ganz so frischem Abwasser.

Eine ähnliche Anlage – wie die hier gerade in der Planung befindliche – ist kürzlich in Weferlingen in Betrieb gegangen.

Siehe hierzu:  Geruchsbelästigungen in Weferlingen sind Geschichte!

und andere Beiträge zur Thematik: Geruchsbelästigung und biogene Korrosion

Unter dem Messventilator befindet sich ein Schacht.

Herr Dr. Friedemann vom Institut für Wasserwirtschaft Halbach ist in der Lage, sich in dem Gewusel von Schläuchen, Kabeln und Messeinrichtungen sicher zurecht zu finden.

Häufig interessieren sich auch Anwohner für derartige Messungen, bei denen es natürlich aus dem Messventilator höllisch herausmüffelt.

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