Zitate aus dem Handbuch der EU-Wasserrahmenrichtlinie

von Rumm, u.a.; 2. Auflage, Erich Schmidt Verlag, Berlin 2006 (S. 47-48)

„Auf dieser Konferenz hat Volkmar Hartje (2000) in einem Vortrag folgende Elemente einer integrierten Wasserwirtschaft herausgearbeitet, wobei er sich auf die AGENDA 21 und davor auf die Dubliner Wasserkonferenz beruft:

  • Wasser als Teil des Ökosystems, als natürliche Ressource und als Wirtschaftsgut.
  • Der Flussgebietsansatz, der Oberflächen- und Grundwasser erfasst.
  • Die Einbeziehung der Landnutzung und des Bodens überhaupt in die Betrachtung.
  • Die Identifizierung und der Schutz der Süßwasser-Ressourcen. Die nachhaltige und rationelle Wassernutzung.
  • Die Entwicklung und Bewertung von Projekten und Programmen, die effizient und gleichzeitig sozialverträglich sind.
  • Ein beteiligungsorientierter Prozess der Politikentwicklung und der Entscheidungsfindung.
  • Die Betonung institutioneller, rechtlicher und finanzieller Instrumente zur Umsetzung.

In einer gewissen Abkehr von kapitalintensiven technischen Lösungen, zumindest aber in ihrer Ergänzung um institutionelle, rechtliche, ökonomische und soziale Aspekte, sieht Hartje den Kern einer integrierten Wasserwirtschaft.

Die Übereinstimmung mit der Philosophie der WRRL ist frappierend.

Der Ansatz der kosteneffizientesten Maßnahmenkombinationen (Anhang III) stellt eine systematische Abkehr von der Bevorzugung technischer Lösungen dar.

Danach sind zunächst alle Maßnahmentypen gleichwertig, seien sie technischer, institutioneller, rechtlicher, ökonomischer oder sozialer Art. Maßnahmen müssen nur zielführend und eben kosteneffizient sein.“

„Technische Maßnahmen bilden auf der Liste nur eine Teilmenge. Im übrigen ist diese Liste erklärtermaßen nicht geschlossen, wodurch noch einmal zum Ausdruck kommt, dass Maßnahmen aller Art in Frage kommen, solange sie zielführend sind.“

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