Kanalgestank

Korrekte Be- und Entlüftung einer Kanalisation verhindert Kanalgestank

Ist die Be- und Entlüftung einer Mischwasserkanalisation mangelhaft oder nicht leistungsfähig, dann kann es Kanalgestank geben!

Voraussetzungen für öffentlichen Kanalgestank…

…und es kommt auf das Maß an!

Kanalgestank

Dass Kanäle hin und wieder müffeln, muss hingenommen werden. Auch mit einer guten Gestaltung und Planung der Be- und Entlüftung von Kanalisationen ist nicht auszuschließen, dass es alle 365 Tage im Jahr nicht müffelt, denn die Be- und Entlüftungsöffnungen in Kanalisationen sind nur eine notwendige Voraussetzung dafür, dass es nicht aus den Kanaldeckeln herausstinkt. Die weitere/n notwendige/n Voraussetzung/en lautet/n:

  • Die Dichte der Kanalluft ist größer als die der Außenluft und/oder
  • der Wind, der über die Dächer bläst, hat genug Kraft, um die Kanalluft aus den Kanälen, über die Grundleitungen, durch die Fallleitungen der Häuser und die Abluftöffnungen im Dach zu saugen.

Die Konsequenz ist dann, dass Frischluft über die erwähnten Löcher der Kanaldeckel in die Kanalisation eindringt, diese trocknet, den Schwefelwasserstoff – sollte er anwesend sein – verdünnt und über Dach abzieht. Siehe zur Entlüftung das folgende Foto:

Kanalgestank

Eine schlechte Be- und Entlüftung kann also viele Ursachen haben:

  • Mangelhafte Entlüftung des Kanals, weil nicht alle sanitären Fallleitungen über Dach gezogen wurden.
  • Mangelhafte Entlüftungen des Kanals wegen aufgelockerter oder fehlender Bebauung.
  • Mangelhafte Entlüftungen des Kanals wegen mangelhafter Belüftung (verschlossene Schächte, Einbau von Filtern).

Im Vergleich zu dem, was früher so investiert wurde, um den Kanalgestank loszuwerden, ist der Aufwand für eine Be- und Entlüftung, wie wir sie für Teilkanalisationen beherrschen, eher bedeutungslos. Gezeigt wird in der folgenden Abbildung eine „Hochschachtlüftung“, ausgeführt um 1880 in Blackpool (England). Die Schachtdeckel hatten damals noch keine Lüftungslöcher und die sanitären Fallleitungen wurden nicht über Dach entlüftet. Nur für diese Aufgaben gab es die im folgenden Bild dargestellten zwei Rohrsysteme.

Kanalgestank

Hochschachtlüftung, ausgeführt um 1880 in Blackpool (England). Links ist die Lufteinlasssäule zu sehen und an der Giebelwand des Hauses ist der Abluftkamin befestigt.

Weiteres im aufschlussreichen Beitrag Kanalgestank muss nicht sein. Ursachen und eine innovative Lösung!

***

(Beitrag vom Juli 2013, aktualisiert im Februar 2017)

 




Kanalgestank

Geruchsbelästigung aus der Kanalisation muss nicht sein!

Geruchsbelästigung?

Wenn es aus dem Schachtdeckel des Kanals heraus müffelt…

Manchmal ist es ganz einfach!

Seit mehr als 10 Jahren setzen wir genau an diesem Erfahrungssatz den Hebel an:

Wo es hineinzieht, kann es nicht herausstinken!

Insofern interessiert auch nicht was oder warum es stinkt.

Und wenn es trotzdem stinkt, dann ist die Be- und Entlüftung des Kanalsystems mangelhaft.

Erstellung einer Kennlinie durch Herrn Dr. Jens Friedemann

Erstellung einer Kennlinie durch Herrn Dr. Jens Friedemann

Um genau das zu beurteilen, dafür sind wir die Experten.
Also – rufen Sie uns an: 03761 / 5267

Wir können zwar nicht immer helfen, aber in vielen Fällen kennen wir die Lösung und können gemeinsam mit dem Kanalnetzbetreiber die Aufgaben bewältigen.

Und das Tolle:

Durch großtechnische Messungen können wir den Erfolg und die Wirtschaftlichkeit  einer künftigen Absauganlage sicher bewerten.

Ein Nebeneffekt:

Die betroffenen Abwasseranlagen halten länger und man spart Kanalsanierungskosten.

Jede Hausfrau weiß:

Wird nicht hinreichend be- und entlüftet, dann stinkt es in der Bude und der Putz fällt von den Wänden.

Siehe auch: Kanalgestank muss nicht sein. Ursachen und eine innovative Lösung!

 

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Kanalgestank und Kanalzerstörung in Weferlingen ist Geschichte!

Gegenstand des Beitrages ist die Minimierung von Kanalgestank mit einer innovativen Lösung.

Methode zur Minimierung von Kanalgestank und der Kanalzerstörung

Am Beispiel der Investitionsvorbereitung, Planung und Realisierung der Abluftanlage in Weferlingen.

Die Aufgabe – Minimierung von Kanalgestank 

Weferlingen ist eine kleine Stadt in Sachsen-Anhalt und liegt zwischen Wolfsburg und Magdeburg. (Weferlingen bei Google)

Mitten in der Stadt befindet sich ein Abwasserpumpwerk (Foto 2) mit mehreren Zulaufkanälen und einer ausschüttenden Abwasserdruckleitung.

Ein Pumpensumpf stellt meist eine Begrenzung für die Ventilation von Luftströmungen in den Kanälen zwischen den Haltungen dar.

Aus diesem Grund kann es – wie hier in Weferlingen – zu Luftströmungsänderungen kommen, die dann zur Folge haben, dass Abluft aus den Kanälen durch die Lüftungslöcher in den Schachtdeckeln ins Freie tritt und Belästigungen, also Kanalgestank hervorrufen kann. Es sind auch andere oder mehrere Ursachen denkbar.

Es hat sich in Weferlingen gezeigt, dass die Überdachentlüftung des Pumpensumpfes nicht ausreichend war, um eine zuverlässige Entlüftung des Kanalnetzes zu sichern.

Neben dem Kanalgestank bzw. der Geruchsbelästigung durch frische oder faulige Kanalgase ist zumeist auch eine allmähliche Zerstörung der Abwasseranlagen durch aggressive Kanalgase vorzufinden.

Kanalgestank

Foto 1: Ein durch Schwefelwasserstoff z. T. geschädigter Abwasserschacht

Bei fortschreitender Schädigung fallen die Steigeisen ab, der Beton zersetzt sich, so dass der Kies im Beton sichtbar wird und die Fliesen auf der Berme sich lösen.

Es sind Fälle bekannt, in denen sogar Steinzeugrohre durch fauliges Abwasser förmlich aufgelöst wurden. Normalerweise sollte ein Abwasserbauwerk wenigstens 80 Jahre halten.

All diese Schäden können verhindert werden, wenn Abwasser frisch transportiert wird. Mir sind Bauwerke bekannt, die bei korrekter Belüftung weit über hundert Jahre hielten.

Der Mensch neigt jedoch dazu, sich weniger darum zu sorgen, dass seine Werke ewig halten.

Die Aggressivität der Kanalgase steigt mitunter zur lebensbedrohlichen Gaskonzentration (Schwefelwasserstoff) an, insbesondere dann, wenn das Abwasser vom Verursacher zur Kläranlage lange unterwegs ist.

Es hat dann Zeit sich zu zersetzen sowie besonders lebhaft und eindrücklich vor sich hin zu stinken.

Geruchsbelästigung

Foto 2: Das Abwasserpumpwerk Weferlingen, dahinter liegend ein altes Trafohäuschen, das im Weiteren noch eine besondere Rolle spielen soll.

Im Falle der Stadt Weferlingen waren die Geruchsbelästigungen im Stadtzentrum sehr erheblich, so dass der Abwasserzweckverband Aller-Ohre sich mit der Beseitigung des Problems zügig und erfolgreich beschäftigte.

Die Verbandsgeschäftsführerin Frau Silbermann macht sich die Lösung der Aufgabe zur Chefsache.

Bearbeiter des Projektes war ihr ehemaliger Mitarbeiter Herr Hasler und dann Frau Salomon.

Bei den Messungen unterstützte das Team der Kanalarbeiter des AZV Aller-Ohre. Zu nennen sind Herr Kraft  (Leiter Klärwärter) und der Klärwärter Herr Wendt.

Probieren geht zwar über studieren, aber wer beides beherrscht, hat deutlich mehr Argumente auf seiner Seite.

Das Institut für Wasserwirtschaft Halbach durfte schließlich die Effektivität und den Wirkungsbereich einer Absaugeinrichtung von Kanalgasen zur Minimierung von Kanalgestank großtechnisch mit einer speziellen Messeinrichtung beweisen. Die vorherigen Messungen führten zu einer Reduzierung des Investitions- und Planungsrisikos fast auf Null Prozent.

Luftströmungen in verzweigten Abwasserkanälen lassen sich nicht sicher berechnen. Insofern sind entsprechende Messungen zweckmäßig, wobei auch eine gewisse Erfahrung von Vorteil ist.

Es gibt viele Möglichkeiten Kanalgestank, Geruchsbelästigungen und Kanalkorrosionen zu vermeiden oder zu minimieren.

Das Institut für Wasserwirtschaft Halbach konzentriert sich bei seinen Lösungsvorschlägen neben der Vermeidung solcher Nachteile (Abwasser frisch behandeln) ausschließlich auf die Gewährleistung oder Herstellung einer korrekten Be- und Entlüftung der Kanalisationen. (Es gibt auch noch andere Lösungswege zur Vermeidung von Geruchsbelästigungen als das Absaugen und Verdünnen der Kanalgase.)

Ein Erfahrungssatz und der Hebel, mit dem wir die Aufgaben lösen, lautet:

„Wo es hineinzieht, kann es nicht herausstinken!“

Das ist eigentlich schon die ganze Weisheit – sie könnte von einem Kind stammen – allerdings nur mit modernen Messmethoden und moderner Technik vom Institut für Wasserwirtschaft Halbach neu erfunden und im Leistungsvermögen laufend verbessert.

Die ersten Erfahrungen des Institutes über Kanalluftströmungen sowie deren gezielte Absaugung wurden vor gut 10 Jahren gesammelt.

Notwendig war es auch, zahlreiche spezielle Messvorrichtungen, wie z. B. eine auf dem Foto 3 zu konzipieren, anzufertigen und ständig weiter zu entwickeln.

Kanalgestank

Foto 3: Abluftmessungen in Roßla

Ein besonderer Höhepunkt war die Mitwirkung bei einem großtechnischen Versuch in Chemnitz (Foto 4) im Juli 2006 zur Minimierung von Kanalgestank.

Kanalgestank

Foto: Seidel

Foto 4: Abluftmessungen 2006 auf dem Markt in Chemnitz

Bei der Minimierung von Kanalgestank konzentriert man sich auf Teileinzugsgebiete, weil es kaum bezahlbar und notwendig ist, die Be- und Entlüftung einer ganzen Stadt durch derartige Abluftanlagen zu verbessern.

Die Wirkungsbereiche sind also und sowieso begrenzt.

Im Fall von Weferlingen ergaben die Voruntersuchungen des Herrn Dr. Friedemann vom Institut für Wasserwirtschaft Halbach auf der Grundlage von Druck- und Luftvolumenstrommessungen im Teileinzugsgebiet der Kanalisation von Weferlingen, dass ca. 3.400 m³/h Kanalabluft aus einem bestimmten Schacht abzusaugen wären, um alle bekannten Geruchsemissionen aus der 400 m langen und verzweigten Kanalisation sicher zu vermeiden.

Siehe hierzu auch den Artikel der Volksstimme vom 18.05.2010 : Großversuch, um Geruchsbelästigung in Weferlingen künftig in den Griff zu bekommen. (Redakteurin Carina Bosse)

Foto 5: Neue Abluftanlage der Kanalisation von Weferlingen – eingebaut in ein altes Trafohäuschen

Anlagen zur Absaugung von Kanalgasen sind nicht neu (siehe Abbildung).

Abbildung: Die Abbildung zeigt eine Anlage (Berlin-Treptow) aus der Zeit vor 1933 (Pfaue: Gesundheitsingenieur 1930, S. 316).

Bewertung der Emissionen – Schließlich soll der Gestank nicht verlagert werden.

Eine der nächsten Aufgaben bestand in der Bewertung der Emission und der Kalkulation der notwendigen Schornsteinhöhe beruhend auf den Ergebnissen der Vorbemessung.

Diese Aufgabe übernahm als NAN Herr Dr. Krauß. Herr Dr. Krauß ist ö.b.u.v. Sachverständiger für Luftreinhaltung der IHK Chemnitz.

Hier kam uns sehr zustatten, dass Herr Dr. Krauß über umfangreiche Erfahrungen bei der Bewertung derartiger Kanalabluftanlagen verfügt. So wurden von ihm u. a. Luftausbreitungsberechnungen für die schon vorhandene Abluftanlage und die geplante Abluftanlage im Stadtzentrum von Chemnitz (Absaugleistungen 10.000…14.000 m³/h) erstellt sowie Emissionsgutachten mit Schornsteinhöhenberechnung für zahlreiche in Planung befindliche Abluftanlagen angefertigt.

Die folgenden 3 Abbildungen veranschaulichen einzelne Bearbeitungsschritte im Falle einer Luftausbreitungsberechnung. Die Abbildungen wurden freundlicherweise von Herrn Dr. Krauß zur Verfügung gestellt.

Abbildung: Digitales Geländemodell

Abbildung: Windfeld

Abbildung: Variante einer Luftausbreitungsberechnung

Aufgabenstellung zur Planung

Die Aufgabenstellung des Institutes für Wasserwirtschaft Halbach enthielt neben mehreren Standortvarianten auch bautechnische Lösungsansätze und

  • standortbezogene Hinweise,
  • die Funktionsweise der Be- und Entlüftung,
  • Darstellung der Situation vor Ort,
  • Anforderungen an die Abluftanlage,
  • Kalkulation der Einzelverluste,
  • Vorbemessung des Arbeitspunktes,
  • Ergebnis des Emissionsgutachtens,
  • Aufgabenstellungen für Bautechnik, so z. B.
    • Fundament,
    • Rohrleitungsbau,
    • Kompaktanlage,
    • Abluftschornstein,
    • Ausrüstung,
    • EMSR,
    • Ventilatorschutz,
    • Blitzschutz,
    • Anschlussschacht und
    • Inbetriebnahme.

Im Wesentlichen ging es darum, ein neues Gebäude zu errichten oder das vorhandene alte Trafohäuschen als Bauhülle für die Abluftanlage zu nutzen.

Ursachen und Wirkungen sind nicht durch Vernunft, sondern durch Erfahrung zu entdecken…

schrieb David Hume. Um daran anzuknüpfen:Kanalvideo

Unsere Erfahrungen mit derartigen Anlagen sind schon recht umfänglich sowie vielfältig und können zum Nutzen neuer Auftraggeber erschlossen werden.

So kann – um nur auf eine außergewöhnliche Erfahrung einzugehen – z. B. ein Ansaugsieb in Kombination mit einer Kanalinspektion verhindern, dass Jägermeisterflaschen, die im Zuge der Bauarbeiten auf ungeklärte Weise in den Abluftkanal gelangten, bei der Inbetriebnahme dann nicht aus dem Abluftschornstein fallen können.

Jeder kann sich vorstellen, was passiert, wenn mit einer Luftgeschwindigkeit von über 10 m/s die Flasche ins Rutschen gelangt und vom Ventilator erfasst wird.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sie genau zwischen die Schaufelräder passt und diesen kritischen Bereich – bei einer Drehzahl von vielleicht 1.450 Umdrehungen je Minute – unzerstört verlässt, ist wohl als sehr gering zu bewerten.

Dafür ist die Flasche einfach zu groß. Bei dieser beobachteten Erfahrung – darauf sei ausdrücklich hingewiesen – handelt es sich aber nicht um die Baustelle in Weferlingen. Der Abluftkanal hatte hier zudem eine kleinere Dimension.

Auch die Kommunalpolitiker der Stadt Weferlingen unterstützen die besondere Methode der Aufgabenlösung.

Das Besondere der Methode besteht in ihrer Seltenheit und in ihrer Nähe zur Ursache.

Üblich ist es, um nur auf 3 Varianten einzugehen:

  1. mit Chemikalien den Geruch zu ändern, oder
  2. die Schachtdeckel mit oder
  3. ohne Biofilter abzudichten.

Viel frische Luft in ein feuchtes und stinkiges Bauwerk zu leiten ist doch meist die beste Lösung.

Die Stadträte entschieden sich nach Abwägung für die Nutzung des Trafohäuschens.

Das ist nachvollziehbar, hätte doch ein weiterer „Klotz“ dem Stadtbild geschadet, wie allein schon aus dem Foto 5 zu schließen ist.

Die Planung

Auf der Grundlage aller Voruntersuchungen fertigte dann das Planungsbüro Kuhn + Partner aus Braunschweig die folgenden Planungsabschnitte ab der Entwurfsplanung.

Die technischen Soll-Parameter aus den Voruntersuchungen und der Aufgabenstellung wurden präzise planerisch und in der Ausführung umgesetzt.

Dem Planungsbüro Kuhn + Partner ist es gelungen, den Abluftschornstein geschickt in dem Trafohäuschen zu verstecken.

Siehe hierzu einen Schnitt aus dem Entwurf des Planungsbüros Kuhn + Partner: Schnitt der Abluftanlage Weferlingen

Foto 6: Blick in den Ventilatorraum

Foto 7: Eingang des alten Trafohäuschens – Im Hintergrund der Raum mit dem eingebauten Abluftventilator

Der Nachweis der Leistung und des Wirkungsbereiches

Am 11.10.2011 hat das Institut für Wasserwirtschaft Halbach gemeinsam mit dem Abwasserzweckverband Aller-Ohre geprüft, ob der in den Voruntersuchungen ermittelte mögliche und zweckmäßige Wirkungsbereich auch umgesetzt wurde. Die Messung fand bei starkem Wind statt. Das war deshalb nicht so günstig, weil zur Messung immer auf eine Flaute gewartet werden musste. Während der Böen wurde am Messtag regelmäßig ein Überdruck im Kanalsystem gemessen. Möglicherweise hätte man bei Windstille noch größere Wirkungsbereiche nachweisen können.

Ergebnisse der Messungen und einige Überlegungen:

  • Der mit Druckänderungen noch messbare Wirkungsbereich ist etwas größer als in den Voruntersuchungen gemessen wurde.
  • Die messbare Wirkung umfasste eine Kanallänge eines verzweigten Kanalnetzes von ca. 600 m.
  • Am Messtag erreichte die Leistung der Abluftanlage einen Absaugvolumenstrom von ca. 6.300 m³/h.
  • Der Luftdruck im ersten Schacht betrug -467 Pa, der sich an den an der Wirkungsgradgrenze gelegenen Schächten auf ca. -5…-2 Pa reduzierte.
  • Der tatsächliche Einflussbereich dürfte aufgrund der Gaseigenschaften etwas größer als der mit Druckmessgeräten erfassbare Wirkungsbereich sein.
  • Durch eine witterungsgeführte Ventilatorsteuerung mit 2 unterschiedlichen Drehzahlen ließen sich die Betriebskosten zusätzlich minimieren.
  • Ein zeitweises völliges Abschalten der Anlage ist wegen der Korrosionsgefahr und wegen der bei entsprechenden Witterungsverhältnissen sofort zu beobachtenden Geruchsbelästigungen nicht ratsam.
  • Momentan wird der Energieverbrauch der Anlage weiter minimiert, um den Wirkungsbereich auf das notwendige Maß einzustellen.

Der Bürgermeister zur Abnahme der Leistung

Der Ortsbürgermeister von Weferlingen, Herr Hans-Werner-Kraul, zeigte sich zufrieden mit den erreichten Leistungen, waren doch die Geruchsbelästigungen am Weferlinger Steinweg ein Thema während der Ortschaftsratssitzungen.

(Wasser-Abwasser-Zeitung, 6. Jahrgang Nr. 3 vom 9. August 2011)

Fazit

Insgesamt gesehen und ohne Einschränkungen ist die Abluftanlage eine erfolgreiche ingenieurtechnische Teamarbeit unter Beauftragung und Mitwirkung des AZV Aller-Ohre.

Links zum Thema

Datum: 13.12.2011, überarbeitet am 10.2.2017

 




Minimierung von Geruchsbelästigungen

Minimierung von Geruchsbelästigungen

Minimierung von Geruchsbelästigungen aus Kanalisationen

Lösungsweg und Erfolg sind mit unserer Methode vorher überprüfbar!

Das Prinzip und Ziel sollte leicht zu begreifen sein:

Schematische Darstellung einer korrekten Belüftung und einer falschen Entlüftung durch die Deckel von Abwasserschächten (U. Halbach)

(Die Graphik darf bei Quellenangabe kopiert werden.)

Simpel:

Wo es hineinzieht, kann es nicht herausmüffeln!

Siehe hierzu u.a.:

Zwei Gründe des Handelns

Es stinkt aus dem Schacht und  im Winter ist der Geruch sogar zu sehen!

Mit Party-Nebel wird der Gestank sichtbar!

Schwefelwasserstoff – ein Gas das bei saurer Fäulnis entsteht – zerstört Beton und viele Metalle.

Aber manchmal müffelt es nur spezifisch, ohne dass Schwefelwasserstoff eine Rolle spielt.

Bei ausströmendem Schacht und H2S korrodieren die Steigeisen!

So fing es an in Sachsen-Anhalt:

Immekath 2007.

Der Wasserverband Klötze (damaliger Geschäftsführer Herr Stiller) beauftragte 2007 das Institut für Wasserwirtschaft Halbach mit Messungen zur Ermittlung von Möglichkeiten zur Beseitigung der Gerüche aus dem Kanalnetz der Gemeinde Immekath.

Die Messeinrichtung hat der Wasserverband Klötze nach Angaben des Institutes anfertigen lassen.


fertige Abluftanlage in Immekath des WV Klötze

Kennlinienmessung 2007 in Roßla

Abluftmessungen durch Herrn Dr. Friedemann (Institut für Wasserwirtschaft Halbach) in Roßla im Juli 2007 – AZV Südharz

Fertiggestellte Anlage für das Zentrum von Weferlingen (AZV Aller-Ohre in Sachsen-Anhalt)

Abluftanlage des AZV Aller-Ohre in Weferlingen seit 2011 in Betrieb

Siehe: Geruchsbelästigungen in Weferlingen sind Geschichte!

Die Sachsen standen ein Jahr früher auf.

Versuch macht klug!

2006 Vorbereitende Messungen zum Bau einer Abluftanlage für den Chemnitzer Markt und Neumarkt (Foto Seidel)

*

Spektakuläre Messungen mit einer grosstechnischen Anlage an 3 Tagen im Juli 2006 auf dem Markt von Chemnitz

Zur Ermittlung der  Grundlagen für die Bemessung der Abluftanlage für die Kanalisation des Marktes und Neumarktes wurden über 3 Tage im Stadtzentrum mit einer großtechnischen Anlage die Abluftverhältnisse in der Kanalisation erfasst. An der Messung waren 2006 beteiligt:

  • Entsorgungsbetrieb der Stadt Chemnitz
  • Stadtwerke Chemnitz AG, jetzt eins energie in sachsen GmbH & Co. KG, 09111 Chemnitz
  • Bau-Anlagen-Umwelttechnik SHN GmbH
  • Tiefbauamt der Stadt Chemnitz
  • Rohrleitungsbau Altchemnitz RAC GmbH
  • Institut für Wasserwirtschaft Halbach
  • IfU GmbH

Der Erfolg hatte hier viele Väter.

Die Messeinrichtungen  wurde in den Folgejahren vom Institut für Wasserwirtschaft schrittweise verkleinert und in ihrer Genauigkeit verbessert. Siehe z. B. Foto: „Messungen des künftigen Anlagenwirkungsgrades in Welbsleben“.

Markant bei den Abluftproblemen im Zentrum von Chemnitz war keinesfalls der Schwefelwasserstoff. Der spielt/e im Stadtzentrum von Chemnitz  keine Rolle! Das Abwasser, das in einem Hauptsammler durch das Zentrum fließt, ist frisch. Nachvollziehbar, aber als störend empfunden wurde, dass sich der Thüringer Bratwurstduft schlecht mit dem Fichtennadel-Badezusatz vertrug, der aus unerklärlichen Gründen häufig aus den Schachtdeckeln trat.

Es entstehen zwei äußerst leistungsfähige Abluftanlagen für das Stadtzentrum von Chemnitz

  • 2008 für den Markt und Neumarkt (Abluftanlage Parkhaus Am Wall)
  • 2012 für die Innere Klosterstraße (Abluftanlage an der Fassade der Jugendherberge)

Abluftventilator auf dem letzten Geschoß des Parkhauses Am Wall in Chemnitz

Der Stadt Chemnitz gelang es, eine Abluftanlage für die Kanalisation  des Marktes und Neumarktes unauffällig mit einem Neubau des Parkhauses zu verbinden. Die Anlage ist seit 2008 in Betrieb. Der ursprünglich kalkulierte Wirkungsbereich wurde nach Inbetriebnahme übertroffen.

Beide Chemnitzer Anlagen werden in Abhängigkeit der Witterung und Tageszeit Teil- oder Volllast gesteuert.


Wirkungsbereich (gelb markiert) der zweiten Abluftanlage im Stadtzentrum von Chemnitz für die Innere Klosterstraße

 

Chemnitz, Getreidemarkt

Standort: An der Ostfassade der DJH Jugendherberge Chemnitz eins“ / City Hostel“

Abluftanlage für die Kanalisation der Inneren Klosterstraße in Chemnitz

Man achte auf den Abluftschornstein rechts an der Fassade:

Fertiggestellte Abluftanlage für die Kanalisation der Inneren Klosterstraße in Chemnitz

Unmittelbar über dem Boden befindet sich der Ventilator und darüber der Schalldämpfer. Der Rest ist Abluftschornstein.

Schallgedämpfter Ventilator – Betriebsleistung ca. 13.000 m³/h

Die linke Leitung ist die Abluftleitung. Die Anlage ist seit Juli 2012 in Betrieb.

2012 Messung der Wirkung Innere Klosterstraße Chemnitz

Überprüfung der Wirkung der Abluftanlage für die Innere Klosterstraße Chemnitz nach Fertigstellung

Kennlinienaufnahme in Welbsleben

Messungen zur Optimierung einer vom AZV Saalemündungen (Sachsen-Anhalt) errichteten Abluftanlage für ein Zwischenpumpwerk

Messungen zur Optimierung einer bestehenden Abluftanlage in Nienburg (Saale)

2013 und 2014 Messungen in Hannover

Messungen in der Stadt Hannover

Mit der Messanlage 2013 in Dresden

Stand des Institutes zur 15. Abwassertagung in Dresden 2013 mit Teilen der inzwischen beträchtlich weiterentwickelten mobilen Messanlage

Kalkulation der Höhe der Abluftschornsteine und Luftausbreitungsmessungen

Nach dem die künftigen Arbeitspunkte der Anlagenkennline gemessen wurden, ist wenigstens die Schornsteinhöhe der Abluftanlage zu kalkulieren.

Kalkulation der Abluftausbreitung 31,5 m über Grund – Abluftanlage Innere Klosterstraße in Chemnitz (Dr.-Ing. Thomas Krauß , SHN Chemnitz)

In kritischen Gebieten, z. B. Stadtzentren oder bei Tallagen sollten Varianten zur Ausbreitung der Abluftfahne kalkuliert und bewertet werden.

Diese Leistungen übernahm immer zuverlässig und fehlerfrei Herr Dr.-Ing. Thomas Krauß, ö.b.u.v. Sachverständiger für Luftreinhaltung der IHK Chemnitz.




Grundsätzliche Anforderungen an den Betrieb von Entwässerungssystemen

Grundsätzliche Anforderungen nach Punkt 6 der DIN EN 752-2 vom Juli 1996 (Auszug)

Die grundsätzlichen Anforderungen an den Betrieb von  Entwässerungssystemen sind folgende:

a) Verstopfungsfreier Betrieb;

b) Begrenzung der Überflutungshäufigkeiten auf die vorgeschriebenen Werte;

c) Schutz von Gesundheit und Leben der Öffentlichkeit;

d) Die Überlastungshäufigkeiten sollten auf die vorgeschriebenen Werte begrenzt werden;

e) Schutz von Gesundheit und Leben des Betriebspersonals;

1) Schutz der Vorfluter vor Verschmutzung im Rahmen festgelegter Grenzen;

g) Ausschlus der Gefährdung von bestehenden, angrenzenden Bauten und Ver- und Entsorgungseinrichtungen durch Abwasserkanäle und -leitungen;

h) Erreichung der geforderten Nutzungsdauer und Erhaltung des baulichen Bestandes;

i) Wasserdichtheit der Abwasserkanäle und -leitungen entsprechend den Prüfungsanforderungen;

j) Vermeidung von Geruchsbelästigung und Giftigkeit;

k) Sicherstellung der geeigneten Zugänglichkeit für Unterhaltszwecke.

Die Auswirkungen von Entwässerungssystemen auf die Vorfluter haben den Anforderungen der zuständigen Stelle zu entsprechen.

Weitere von der zuständigen Stelle festgelegte Umweltschutzanforderungen müssen ebenfalls erfüllt werden.

Bei der Auswahl der hydraulischen Bemessungskriterien für Regen- und Mischwasserkanäle sind die üblichen Berechnungsverfahren zu berücksichtigen.

In jedem Falle sollten die möglichen Auswirkungen einer Überflutung in Betracht gezogen werden.

Bei kleineren Entwässerungssystemen ist ein relativ einfaches, aber sicheres Verfahren zu empfehlen, obwohl die Anwendung von Simulationsmodellen nicht ausgeschlossen wird.

Abwasserkanäle sind üblicherweise für den Betrieb mit Vollfüllung ohne Überlastung für relativ häufige Regenereignisse auszulegen, im Bewusstsein, dass dies einen Schutz gegen Überflutung bei stärkeren Regenfällen darstellt.

Für diese Entwässerungssysteme sollten die Werte für die Häufigkeit der Bemessungsregen nach Tabelle 1 angewendet werden, wenn die zuständige Stelle keine entsprechenden Werte vorgibt.

Der Planer hat die zutreffende Regenintensität und -dauer für das jeweilige Gebiet zu verwenden.

Bei größeren Entwässerungssystemen wie auch bei kleineren Systemen, welche mit einem Abflusssimulationsmodell entworfen werden, wird empfohlen, das Maß des Überflutungsschutzes direkt festzulegen.

Dies gilt insbesondere dort, wo bedeutende Schäden oder Gefährdungen der öffentlichen Gesundheit entstehen können.

Die Kanalisation sollte zuerst, wie oben erwähnt, so ausgelegt werden, dass bei einem angemessenen Bemessungsregen keine Überlastung auftritt. Danach sollte der Abfluss mit einem Simulationsmodell nachgerechnet werden, um die Einhaltung der Überflutungshäufigkeit zu überprüfen. Der Entwurf ist dort anzupassen, wo der erforderliche Überflutungsschutz nicht erreicht wird.

Es wird jedoch auch Fälle geben, bei denen eine Anpassung erforderlich ist, um unnötige Überdimensionierungen zu vermeiden.

Anforderungen der zuständigen Stelle an die Überflutungshäufigkeit sind einzuhalten.

Werden keine Überflutungshäufigkeiten vorgegeben, sollten die Werte aus Tabelle 1 angewendet werden.

Diese Vorgehensweisen sollten auch ausgewählt werden, wenn die Verbesserung eines bestehenden Entwässerungssystems erwogen wird.

Tabelle 1: Empfohlene Häufigkeiten für den Entwurf

Für vorhandene Kanalisationen gelten andere Überflutungshäufigkeiten!

Aus  DIN EN 752-4 vom September 1997 (Auszug)

11.2 Bemessungskriterien für Regen- und Mischwasserkanäle

Die Überflutung bei sehr starken Regenfällen ist kaum zu vermeiden. Daher müssen die Kosten und die damit erzielbare Überflutungssicherheit in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Es wird auf die von der Zuständigen Stelle gegebenenfalls festgelegten Bemessungskriterien zum Schutz vor Überlastung und Überflutung hingewiesen. Sind solche Kriterien nicht festgelegt, sollten kleinere Entwässerungssysteme allein mit den Bemessungsregen ohne Überlastungen nach Tabelle 1 ausgelegt werden.

Bei größeren Entwässerungssystemen sollte die Auslegung zur Begrenzung der Überlastungshäufigkeit mit einem Abfluß-Simulationsmodell erfolgen.

Mit diesem sollte anschließend auch die Überflutungshäufigkeit geprüft werden können, um sicherzustellen, daß an bestimmten empfindlichen Stellen ein ausreichender Schutz vor Überflutung gegeben ist.

Diese Prüfungen sind besonders bei steilen Einzugsgebieten wichtig. Die Anforderungen der Zuständigen Stelle sind zu erfüllen.

Fehlen diese, sollten die Werte der Überflutungshäufigkeit der Tabelle 1 verwendet werden.“

Kommentar zu „Diese Prüfungen sind besonders bei steilen Einzugsgebieten wichtig.“:

Es sind auch Überflutungen in flachen Geländen bekannt, in denen die Ausweisung von Überflutungswegen hilfreich gewesen wäre (z. B. Sechtem bei Bornheim).

Insofern sind diese Prüfungen nicht unbedingt nur bei steilen Einzugsgebieten notwendig.

U. Halbach

Siehe auch: Überflutung, Rückstau




Erfassung der Kennlinie der Teilkanalisation Zschornewitz

Ziel:  Errichtung einer stationären Absauganlage zur Verbesserung der Be- und Entlüftung ausgewählter Kanalabschnitte.

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