Klimabewertung

Es ist töricht, kurzfristige Klimatrends zu extrapolieren!

„Professor Myles Allen von der Universität Oxford sagte: „Eine Menge Leute behaupteten im Vorfeld der Kopenhagener Konferenz 2009, dass die Erwärmung sich beschleunigte und alles noch schlimmer sei als wir dachten.“

Was seitdem passiert ist hat gezeigt, dass es töricht ist kurzfristige Klimatrends zu extrapolieren.

Quelle:  Global warming has STALLED since 1998: Met Office admits Earth’s temperature is rising slower than first thought

Kommentar: Eine Binsenweisheit. U.H.

Flut 2013 in Werdau

 

 

 




Übertragbarkeit der Ergebnisse von Benchmarkuntersuchungen

Überlegungen zu dem Wert von Benchmarkingergebnissen

Die Nutzung von Benchmarkingergebnissen ist – auf die methodische induktive Logik reduziert – nichts weiter als ein simpler Analogieschluss, der wahr sein kann, aber nicht wahr sein muss. Für die Logik als Beweismethode sind zunächst als Begriffe, Objekte und Eigenschaften von Bedeutung, wobei es in der folgenden Tabelle keinen Zeilenzusammenhang gibt .
Abkürzungen oder BegriffeErklärungen / Definitionen
AbwasserDurch Gebrauch verändert, abfließendes Wasser und jedes in die Kanalisation gelangendes Wasser.
AbwasserabgabeDirekter Kostenbestandteil der Abwassergebühr, welcher für das Einleiten von Schadstoffen in ein Gewässer zu zahlen ist, richtet sich nach den eingeleiteten Schadeinheiten des Abwassers.
Belebtschlammaktive Biomasse, die schwebend in einer s. g. Belebtschlammkläranlage die biologische Reinigung übernimmt, mit Sauerstoff zu beatmen und mit Nährstoffen (Abwasserinhaltsstoffe) zu ernähren ist.
BenutzungsgebührGegenleistung für die tatsächliche Inanspruchnahme einer öffentlichen Einrichtung (z. B. Schmutzwasserbeseitigung)
BetriebskostenKosten, die durch den Betrieb der Anlage entstehen. Ermittlung bei Anlagen der Abwasserbeseitigung in der Regel getrennt nach Kanalnetz und Kläranlage. Die Betriebskosten umfassen bei Kläranlagen die Abwasserabgabe, Personal-, Sach-, Energie-, Instandhaltungs-, Schlammentwässerungs- sowie Schlammentsorgungskosten. Beim Kanalnetz beinhalten sie Instandhaltungs-, Wartungs-, Inspektions- sowie Energiekosten. Die Betriebskosten enthalten anteilig auch Verwaltungs- und Geschäftsführungskosten.
BSB5Biochemischer Sauerstoffbedarf innerhalb von 5 Tagen. Der BSB5 ist ein Maß für die Abwasserverschmutzung und wird mit Hilfe eines indirekten Verfahrens ermittelt. Gemessen wird die Atmungsleistung von Mikroorganismen, die biologisch verwertbare Abwasserinhaltsstoffe während der Untersuchungszeit von z. B. 5 Tagen „veratmen“ und dabei Sauerstoff verbrauchen. Es wird unter Laborbedingungen simuliert, welcher Sauerstoffverbrauch innerhalb von 5 Tagen im Gewässer bei Dunkelheit und bei 20°C entstehen würde. Die Angabe erfolgt in mg O2/l. Ein niedriger BSB5 ist gleichbedeutend mit einer geringen Verschmutzung. Sauberes Bachwasser hat einen BSB5 von 2...5 mg O2/l, häusliches Abwasser weist etwa 300...500 mg BSB5/l auf, Gülle erreicht 20.000...30.000 mg BSB5/l und der BSB5 von Hühnerblut liegt schätzungsweise bei 200.000 mg/l. Ein BSB muss nicht schädlich sein. Manache Tiere im und am Gewässer benötigen als Futter Inhaltsstoffe, die einen BSB verursachen.
BürgermeisterkanäleBei Bürgermeisterkanälen handelt es sich - rechtlich weitgehend ungeklärt - um all die Entwässerungseinrichtungen, die meist zu DDR Zeiten außerhalb der Bilanz zentraler Abwasserentsorger (in Sachsen z. B. die WAB) entstanden sind, der Schutz- und/oder Niederschlagswasserableitung mehrerer Grundstücke dienen und aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte noch nicht im Anlagenverzeichnis des heute zuständigen Abwasserentsorgers geführt werden.
M. Heuser
CSBChemischer Sauerstoffbedarf. Korrekt: CSV = Chemischer Sauerstoffverbrauch, weil weder die Abwasserprobe noch die Gewässer einen Bedarf an CSV haben, wie analog zum BSB5 in der Regel falsch geurteilt wird. Etwas, dass im Gewässer keinen Bedarf, keine Reaktion bzw. keine Wirkung verursacht, kann auch nicht schädlich sein.
DirekteinleiterEinleiter, der nach einer eigenen Abwasserbehandlung direkt in einen Vorfluter (Gewässer) einleitet.
EGWEinwohnergleichwert (60 g BSB5/Ed). Der Einwohnergleichwert dient in erster Linie dem Vergleichen einer industriellen Abwasserfracht (z. B. Molkerei, Schlachthöfe,...) mit jener Abwasserfracht, die eine bestimmte Anzahl von Einwohner verursacht. Bezogen auf die CSB-Fracht verursacht ein Einwohner täglich 120 g CSB/Ed.
Der EGW bezieht sich in der Regel auf die BSB5-Fracht, die ein Einwohner während eines ganzen Tages verursacht. Enthalten sind in dem EGW meist auch Lastanteile des Kleingewerbes!
ErfahrungssatzTechnischer Erfahrungssatz: anerkanntes Beweismittel für die Lösung gerichtlicher Beweisbeschlüsse im Rahmen von Gerichtsgutachten. Meist nicht schriftlich niedergelegte technische Selbstverständlichkeit, z. B. Wasser fließt nicht bergauf. Erfahrungssätze haben vor Gericht den gleichen, wenn nicht sogar einen höheren Stellenwert als eine technische Regel (DIN oder ATV-DVWK-Regelwerk,...).
Einwohnerwert (EW)Anzahl der Einwohner (E) + EGW
FrachtMasse der mit dem Abwasser oder Stoffstrom abgeleiteten Stoffmengen. Die Angabe wird auf einen Zeitraum bezogen, wie z. B. kg/h, kg/d oder t/a oder auf ein Produktionsergebnis bezogen, z. B. kg BSB5/t Brühwurst. Die Fracht des jeweiligen Inhaltsstoffes wird über die Kombination der gemessenen Konzentration (z. B. mg/l; g/m³) mit der im Zeitraum der Ermittlung der Abwasserkonzentration angefallenen Abwassermenge (meist kann auch der Wasserverbrauch als Grundlage gewählt werden), z. B. m³/d, errechnet. Siehe auch den Begriff „Last“
Fremdwasserunerwünschtes Regen- und Grundwasser in Abwasserleitungen
GKLGrößenklasse einer Kläranlage
IndirekteinleiterGewerbliches oder industrielles Unternehmen, dass nicht oder nur teilweise vorbehandeltes Abwasser einer kommunalen Kläranlage zuführt.
IndirekteinleiterkatasterDatenbank zur Erfassung und Bewertung von fracht- und mengenrelevanten gewerblichen sowie industriellen Abwässern, die in eine kommunale Kläranlage einleiten.
(Sie leiten indirekt über eine fremde Abwasseranlage in Gewässer ein.)
Jahreskostenallgemein gebräuchlich, Summe aus Betriebskosten und Kapitaldienst. Die Jahreskosten setzen sich also zusammen aus den jeweiligen Abschreibungen der Anlagenteile gemäß der veranschlagten Nutzungsdauer, dem durchschnittlichen kalkulatorischen Zins und den tatsächlichen Betriebskosten.
Lastoder Abwasserlast, Produkt aus Abwasserkonzentration und der dazugehörigen Abwassermenge. Der Begriff ist nur dann korrekt, wenn der Lastbeweis vorliegt. Sonst Fracht.
Lastbeweiswahrscheinliche oder tatsächliche konkrete Schadwirkung durch hinreichende Dosis des betreffenden Stoffes. D.h. eine Fracht wird erst dann zur Last, wenn sie tatsächlich eine Schadwirkung hat.
LAWALänderarbeitsgemeinschaft Wasser-Abwasser
spezifische FrachtProdukt aus Abwasserkonzentration und der dazugehörigen Abwassermenge dividiert z. B. durch die zugehörige Produktionseinheit (t oder kg ...) bzw. Bezugsgröße (EGW)
Mischwassersetzt sich aus Regen- und Schmutzwasser zusammen
RegenklärbeckenAbsetzbecken mit Schwimmstoffrückhalt im Regenwasserkanalsystem
RegenrückhaltebeckenMeist Speicherbecken im Regenwasserkanalsystem zur Vergleichmäßigung der Abflussspitzen und im Regenwasserkanal mit dem Ziel Erosionen im Gewässer zu vermeiden.
Regenspeicherbeckensiehe Regenrückhaltebecken
RegenüberlaufbeckenBecken im Mischwasserkanalsystem, mit dem im Regenfall der Schmutzstoß aufgefangen, zeitverzögert und gedrosselt zur Kläranlage weitergeleitet wird. Außerdem wird eine meist größere Teilmenge verdünnten Mischwassers im Regenfall in den Vorfluter geleitet. (RÜB, Sammelbegriff)
Regenüberlaufgrößere Teilmenge von verdünntem Mischwasser, die im Regenfall in den Vorfluter geleitet wird, auch als Einrichtung bekannt (RÜ)
RegenwasserNiederschlagswasser, das gemeinsam (Mischkanalisation) oder getrennt (Trennkanalisation) vom häuslichen Schmutzwasser abgeleitet wird und größtenteils eine gesonderte Behandlung erfordert.
SchadstoffStoff, hier im Abwasser, der bei einem konkreten Organismus durch eine konkrete Dosis eine schädliche Wirkung verursacht. Die wissenschaftliche Begrifflichkeit unterscheidet sich teilweise stark von jener des Gesetzgebers bis hin zu dem Fakt, dass Nutzstoffe fälschlich als Schadstoffe deklariert werden. So fehlt logisch gesehen dem CSB in aller Regel der Schadstoffbeweis und N sowie P sind primär keine Schadstoffe, sondern Nährstoffe. Ob sie schädlich wirken kommt auf die Situation an.
SchlammindexEigenschaft des Belebtschlammes, Index Schlammvolumen - ISV (Maß für die Absetzeigenschaften eines Schlammes). Gibt an, welches Schlammvolumen einem Gramm Belebtschlammtrockenmasse (TM) zu zuordnen ist. Bei einem ISV von z.B. > 150 ml/gTM ist die Absetzeigenschaft schlecht.
SchlammvolumenVolumen, das der Belebtschlamm nach 30 Minuten Sedimentationszeit in einem 1000 ml – Standzylinder einnimmt.
Schmutzfrachtsiehe Fracht
SchmutzwasserHäusliches Schmutzwasser: Abwasser aus Haushaltungen, öffentlichen Gebäuden und Kleingewerbebetrieben, das in jedem Fall im öffentlichen Kanalnetz abgeleitet und in der öffentlichen Abwasserreinigungsanlagebehandelt werden kann.
TrennbauwerkEinrichtung, die im Regenfall den Abwasserzulauf in bemessene Teilströme gliedert, wobei in der Regel ein Teil zur Kläranlage und ein anderer Teil in den Vorfluter geleitet wird. Mitunter sind Speicherbecken in einem Teilstrom zwischengeschaltet.
TrockenwetterabflussSumme aus Schmutzwasserabfluss und Fremdwasserabfluss
Stand der TechnikStand der Technik nach Wasserhaushaltsgesetz ist der Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen, der die praktische Eignung einer Maßnahme zur Begrenzung von Emissionen in Luft, Wasser und Boden, zur Gewährleistung der Anlagensicherheit, zur Gewährleistung einer umweltverträglichen Abfallentsorgung oder sonst zur Vermeidung oder Verminderung von Auswirkungen auf die Umwelt zur Erreichung eines allgemein hohen Schutzniveaus für die Umwelt insgesamt gesichert erscheinen lässt. Siehe http://www.institut-halbach.de/2016/12/rechtsprechung-din-regel-stand-der-technik/
ÜberschussschlammAbfallprodukt im Ergebnis einer biologischen Reinigung in einer gesonderten Verfahrensstufe zu unterscheiden vom Vorklärschlamm.
VorklärschlammAbfallprodukt im Ergebnis eines Sedimentationsprozesses. Streng genommen kann weiter unterschieden werden, ob dieser Vorklärschlamm angefault oder ausgefault wird. Damit gibt es Unterschiede bei den Schlammmengen und Schlammqualitäten.
P85P = Perzentil, Häufigkeitsangabe einer Summenhäufigkeitskurve. Z. B. bedeutet 500 mg BSB5 /l als P85, dass 85 % aller Messwerte - z. B. eines Jahres - kleiner oder gleich 500 mg BSB5 /l waren.
Formelzeichen und AbkürzungenBedeutung
aJahr
a.a.R.d.T.allgemein anerkannte Regeln der Technik
Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen und Betriebswesen, die als beste verfügbare Techniken zur Begrenzung von Emissionen praktisch geeignet sind. Verfahren, Einrichtungen usw. müssen fortschrittlich, technisch und wirtschaftlich durchführbar sein. Literatur: Arbeitsblätter im Regelwerk Abwasser/Abfall der Abwassertechnischen Vereinigung e. V. (ATV) und dem Verband kommunaler Städtereinigungsbetriebe (VKS), DIN-Vorschriften
AbwAGAbwasserabgabengesetz
BKLBodenklasse
BSB5Biologischer Sauerstoffbedarf in 5 Tagen
BTSSchlammbelastung
CSBChemischer Sauerstoffbedarf
dTag
EEinwohner
EGWEinwohnergleichwert (0,06 kg BSB5/Ed)
EWEinwohnerwert = E + EGW
FMFrischmasse (Trockenmasse + Wasser)
GKLGrößenklasse einer Kläranlage
Hmanmanometrische Förderhöhe
KAKläranlage
KAGKommunalabgabengesetz
KKAKleinkläranlage
KeEnergiekosten
MSmineralische Substanz
NStickstoff
PgesGesamtphosphorgehalt
PKKupplungsleistung
QAbwassermenge, Fördermenge
QdAbwasseranfall eines Tages
QmMischwasserzufluss oder -abfluss
QsSchmutzwasseranfall
RKBRegenklärbecken
SBRsog. Einbeckenkläranlage, bei der Belüftung und Abzug des gereinigten Abwassers intermittierend in demselben Becken erfolgt. Verfahren - SBR - in dem der Belebtschlamm zeitlich versetzt im Belebungsbecken sedimentiert. (SBR = sequencing batch reactor, also keine kontinuierliche Abwasserbehandlung in einem Becken, dem Reaktor, sondern Behandlung in Chargen, also in Produktionseinheiten und in Zeitabschnitten)
SESchadeinheit
tVerlegetiefe
TKNTotaler Kjeldahl-Stickstoff-Gehalt
TPPumpzeit
TSTrockensubstanz
WHGWasserhaushaltsgesetz

Ein korrekter Analogieschluss ist Ergebnis einer induktiven Argumentation (Schluss und Gründe, die den Schluss stützen) mit der Struktur:

Wenn gilt

• ein Objekt A hat eine Ähnlichkeit mit einem Objekt B und
• das Objekt B hat die Eigenschaft b1,

dann gilt

das Objekt A hat auch die Eigenschaft b1.

Genauer gilt:

Das Objekt A hat mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit auch die Eigenschaft b1.

Dabei ist aber – und das ist tückisch – die Wahrscheinlichkeit wahrscheinlich zumeist eher unbestimmt, d. h. unbekannt. Die Argumentstärke (Wahrheitswert der Konklusion) ist abhängig von dem Beweis des Ausmaßes der relevanten Ähnlichkeit zwischen den Objekten und voraugesetzt das Argument ist korrekt, d. h. es liegt kein induktiver Fehlschluss vor.

Zu der offenkundigen Tatsache, dass ein Analogieschluss wahr sein kann, aber nicht wahr sein muss, gelangte man auch z. B. in einer entsprechenden DWA-Arbeitsgruppe

„Im vorliegenden Merkblatt DWA-M 174 „Betriebsaufwand für die Kanalisation – Hin-weise zum Personal-, Fahrzeug- und Gerätebedarf“ werden den in oben genanntem Arbeitsblatt aufgeführten Einzelaufgaben jeweils der Personalaufwand sowie der Fahrzeug- und Gerätebedarf zugeordnet. Außerdem werden weitere Vorgaben für die Ermittlung des Betriebsaufwandes genannt. Die angegebenen Tagesleistungen sind als Durchschnittswerte der Praxis anzusehen. Wie Benchmarkingprozesse belegen, ergeben sich aufgrund der örtlichen Gegebenheiten erhebliche Abweichungen. Dabei ist die Nennung von absoluten Zahlen nicht möglich.“  (Merkblatt DWA-M 174 „Betriebsaufwand für die Kanalisation – Hinweise zum Personal-, Fahrzeug- und Gerätebedarf“)

Wird dem Zitat

„Wie Benchmarkingprozesse belegen, ergeben sich aufgrund der örtlichen Gegebenheiten erhebliche Abweichungen. Dabei ist die Nennung von absoluten Zahlen nicht möglich.“

gefolgt, dann ist jede Abweichung vom Mittelwert spekulativ, wenn keine Bedingungen genannt werden, wann die Minimalwerte und wann die Maximalwerte im Merkblatt DWA-M 174 „Betriebsaufwand für die Kanalisation – Hinweise zum Personal-, Fahrzeug- und Gerätebedarf“ zu wählen sind.

Die Nutzung von diesbezüglichen ATV-Regelwerken ist methodisch ein Benchmarkvergleich und ein Analogieschluss mit dem Unterschied der Genauigkeit des Schlusses. ATV-Regelwerke betreffen zumeist konkret beschriebene Zusammenhänge in einem besonders beschriebenen Fall.  Benchmarkvergleiche losgelöst von den Bedingungen unter denen sie gewonnen wurden – also z. B. eine Kennziffer für eine Struktur – müssen methodisch bedingt eher pauschal bzw. abstrakt oder in ihrer Auslegung beliebig sein.

Sind genauere Bewertungen gewünscht, dann ist die tatsächliche Arbeit und Leistung durch bekannte und übliche betriebswirtschaftliche Methoden, z. B. Arbeitsplatzaufnahme, Interview usw. z. B. 24 h am Tag zu erfassen und zu bewerten.

Es ist auch konkret zu bewerten, welche Aufgaben tatsächlich notwendig sind, welche erbracht werden, welche untererfüllt oder welche übererfüllt werden. Allein in der Spannweite der Unter- oder Übererfüllung liegt eine Beliebigkeit, die sich natürlich in der Spannweite der Benchmarkingergebnisse widerspiegeln muss.

Voraussetzungen für die Übertragung von Benchmarkingergebnissen auf den Einzelfall ist der Nachweis der Vergleichbarkeit.

Also: „Ein Objekt A hat eine Ähnlichkeit mit einem Objekt B.“ usw., konkret: Ähnlichkeit der jeweiligen Eigenschaften, z. B. technische und/oder organisatorische Strukturen.

Besser, kostengünstiger, effizienter und zielführender als Benchmarkuntersuchungen sind Untersuchungen, bei dem sich der Gutachter nur auf ein Unternehmen konzentriert und das aber gründlich analysiert und dessen Effizienz bewertet.

Voraussetzung dafür ist natürlich eine interdisziplinäre Komptenz von Wasserwirtschaft, Anlagenbetrieb und ggf. Kommunalwirtschaft.

(Dieser Beitrag ist keine Kritik an dem Merkblatt DWA-M 174 „Betriebsaufwand für die Kanalisation – Hinweise zum Personal-, Fahrzeug- und Gerätebedarf“. Gegenstand war nur die korrekte Nutzung.)

Übrigens, ein anderes Beispiel zum Wahrheitswert von Induktionen, hier zur Wahrheit der Prognose:

Da die Klimaprognose wohl fast ausnahmslos auf induktiven Analogieschlüssen (Wahrsagung der Zukunft) beruht, ist es schon erstaunlich, dass von den Medien der Eindruck vermittelt wird, der Wahrheitswert dieser Prognose läge bei 100 %! Bei dieser Prognose lauert aber noch eine weitere tückische Falle: Die Wahrheit der Prognose beruht auf dem Ergebnis einer Konjunktion von einzelnen Wahrscheinlichkeiten, d. h. wenn mehrere Ereignisse für die Klimaprognose eintreten müssen, dann ist die Wahrscheinlichkeit der Klimaprognose das Produkt aller Wahrscheinlichkeiten der notwendigen Ereignisse. Selbst wenn diese Einzelwahrscheinlichkeiten alle mit z. B. ausgezeichneten 70 % eintreten sollten, dann wird jede Klimaprognose allein schon bei einer angenommenen verschwindend kleinen Zahl von 10 notwendigen künftigen Voraussetzungen mit einer Gesamtwahrscheinlichkeit ca. 3 % eher unwahrscheinlich.  Würde vergleichsweise ein Ingenieur seine Statik mit einer derartigen Wahrscheinlichkeit prognostizieren, dann würde er wahrscheinlich nicht lange frei herumlaufen. Insofern kann man dem Ökologen Reichholf durchaus zustimmen als er feststellte:

“Bevorzugt und privilegiert werden einige wenige, die Kosten und die Nachteile hat die Allgemeinheit zu tragen. Deswegen scheint es nur folgerichtig, zu fordern, daß die Propheten für ihre Prognosen, für die Folgen und Kosten, die sich daraus ergeben, auch geradestehen müßten.

Wer behauptet, daß etwas so kommen wird, und es kommt nicht so, der sollte die Kosten zu tragen haben.

Wie der Geschäftsmann in seinem Unternehmen das auch tun muß. Gegen manche Fehlerwartungen kann er sich vielleicht versichern, aber grundsätzlich muß er das Risiko tragen, mit allen Konsequenzen. Guter Rat ist teuer, weiß der Volksmund. Schlechter Rat noch viel teurer. … Es darf nicht zur Regel werden, daß immer wieder die Allgemeinheit für die Fehleinschätzungen anderer bezahlen muß. Mit Solidarität hat das wenig zu tun.”
(Quelle: Reichholf, J.H. , Die falschen Propheten – Unsere Lust an Katastrophen , Taschenbuch, 2. Auflage 2003, Wagenbach Verlag Berlin)

Ein netter Gedanke!




Die Wahrscheinlichkeit…

… als Bedingung einer korrekten induktiven Argumentation.

Bei allem in der Welt kommt es mehr auf die Wahrscheinlichkeit an als auf die Wahrheit selbst.

Heinrich Heine

***

Kommentar:

Durch das dumme oder absichtliche Weglassen der Wahrscheinlichkeitsbewertung (z. B.: wahrscheinlich, weniger wahrscheinlich, unwahrscheinlich) eines induktiven Schlusses, wird die Wahrheit beliebig, falsch bzw. gar zur Lüge.

Beispiel einer Lüge, wenn man es insgeheim anders weiß: „Der CO2-Anstieg verursacht eine Klimaerwärmung“ ist als induktiver Schluss Teil einer Argumentation.

Korrekt wäre der Zusammenhang – wenn es tatsächlich einen geben sollte – wie folgt darzustellen:

Sofern induktive Fehlschlüsse mit Sicherheit ausgeschlossen werden können, kann ein CO2-Anstieg zu einer Klimaerwärmung führen.

Voraussetzung dafür ist das Eintreten z. B. folgender Ereignisse:

  • a
  • b
  • c

Das Eintreten der folgenden Ereignisse wird z. B. mit folgender Wahrscheinlichkeit prophezeit (angenommen):

  • a = 70 %
  • b = 55 %
  • c = 25 %

Die Gesamtwahrscheinlichkeit betrüge in diesem Falle, dass es aus den genannten Gründen wärmer werden würde, ca. 10 %.

Abgesehen von der geringen Eintrittswahrscheinlichkeit in diesem Beispiel handelt es sich bei solchen induktiven Klimaschlüssen zumeist um „Feststellungen“, welche die Zukunft betreffen.

In Bezug auf die induktiven Fehlschlüsse mancher Klimathesen wird schon eine Weile diskutiert, ob bei den Klimamodellen versehentlich Ursache und Wirkung vertauscht wurde, d. h. der CO2- Anstieg wurde durch die Klimaerwärmung verursacht und nicht umgekehrt. Zudem ist die Vertauschung von Ursache und Wirkung ein recht bekannter induktiver Fehlschluss:

„Ein englischer Reformer des 19. Jahrhunderts bemerkte, daß die Landwirte, die in allem maßvoll und fleißig waren, wenigstens eine oder zwei Kühe besaßen. Die, die keine besaßen, waren für gewöhnlich faul und trunksüchtig. Er machte den Vorschlag, all den Landwirten eine Kuh zu geben, die noch keine besaßen, um sie in allem maßvoll und fleißig zu machen.“ (Salmon, Logik, Reclam Nr. 7996, 1983, S. 212)

U. Halbach

***

Siehe auch: Induktion

 




Mit der CO2-Politik vergeuden wir nur Ressourcen!

…und das ist gut so!?

Literaturauszug:

„Unzureichende Faktenkenntnisse

Diejenigen, die der „Klimahysterie“ – wie der Titel eines 2011 erschienenen Buchs des Münchner Naturwissenschaftlers Josef H. Reichholf lautet – verfallen sind, wissen schon allein über elementare Fakten oft nicht Bescheid: In der Atmosphäre befinden sich derzeit 0,038 Prozent CO2; davon produziert die Natur gut 96 Prozent, die restlichen vier Prozent gehen auf das Konto des Menschen.

Der Anteil Deutschlands am globalen CO2-Ausstoß liegt bei 3,1 Prozent. Somit stammen 0,00004712 Prozent des menschenverursachten Luft-CO2 aus Deutschland.

Dieser Wert legt nahe, dass der Anspruch deutscher Politiker, Vorreiter bei der CO2-Einschränkung zu sein, ziemlich anmaßend ist. Diese Führungsrolle kostet aber die Deutschen an Steuern und sonstigen Belastungen jährlich mehr als 50 Milliarden Euro.“

Quelle: Klimafrontbericht: Profiteure der Hysterie
von Franz Kromka

Kommentar:

Was wird wohl in der Natur geschehen, wenn es uns tatsächlich gelänge die 0,00004712 Prozent des menschenverursachten Luft-CO2 aus Deutschland auf Null zu reduzieren?

Diese Zahl muss man sich erst einmal vorstellen, um ihren Einfluss vorstellen zu können:

0,00004712 Prozent sind erst einmal aufgerundet 0,00005 Prozent oder 5 dividiert durch 10 Millionen oder 0,00005 Prozent multipliziert mit 10.000 = 0,5 ppm, d. h. 0,5 Millionstel oder 5 Teile CO2 in 10 Millionen Teilen Luft.

Und um diese 0,5 Millionstel etwas zu senken, gibt Deutschland 50 Milliarden € aus.

Naja, wenigstens stimmt die „5“ ungefähr.

Ein Effekt wird nicht garantiert!

Die folgende Tabelle veranschaulicht die Proportionen.
(5E-07 = 5 dividiert durch 10 Millionen und 5E-1 = 0,5 ppm, 1 % = 10.000 ppm)

Was wird geschehen, wenn ein deutscher Biertrinker beschließt, zum Wohle Deutschlands, zum Wohle der Menschheit, zum eigenen Wohle oder auch zum Wohle des Klimas täglich 0,5 Millionstel Bier weniger zu trinken?

Wird man eine Wirkung messen können?

Tja, und dann gibt es ja noch das Naturgesetz vom Umschlag in eine andere Qualität durch quantitative Änderungen, d. h. ist das Quantum überhaupt hinreichend groß, um eine neue oder andere Qualität zu gewährleisten?

Hat das schon einmal jemand untersucht, bevor dieser globale Großversuch gestartet wurde?

Wie hoch ist die gemessene Wahrscheinlichkeit, dass 4 % von 0,038 %, dass  also 0,00152 % global gemenscheltes CO2 zu einem Effekt führen?

Und wer haftet für die Klimaprognosen, wenn sie nicht zutreffen?

Niemand, denn wer ist schon so blöd für Prognosen zu haften?

Die positiven planwirtschaftlichen Motive der Klimapolitik liegen auf der Hand:  Entwertung des Spar- und Leistungsvermögens der Massen durch die Umwandlung ihrer Dummheit in nutzlose Scheinwerte. Finanziell gleichwertige Alternativen zur Klimapolitik wären dagegen nicht so glücklich: Kriege, wesentlich höhere Arbeitslosigkeit, Senkung der Umsatzsteuer…

Erstaunlich ist auch, dass die tatsächliche Größenordnung der CO2-Senkung (0,5 Millionstel) verschwiegen wird.

Und das ist gut so, denn sonst könnte ja jedes Milchmädchen selber nachrechnen.

U.H.




Klima und Wasserwirtschaft

Das Klima ist bekanntlich ein schwer zu modellierendes, chaotisches System.

Langfristige Wahrsagungen von Klimazuständen sind nicht möglich.

Es ist nicht bewiesen, d. h. es ist mehr oder weniger unsicher:

  1. dass der Mensch die Klimaänderung verursacht hat,
  2. dass der Mensch das Klima zu ändern vermag,
  3. ob es eine Erwärmung geben könnte,
  4. oder ob es eine Abkühlung gibt,
  5. oder in welcher Reihenfolge sich das Klima ändern könnte,
  6. wie lange es dauern könnte, bis das Klima sich ändert.

Man muss kein Klimatologe sein, um logische Fehler in der üblichen Klimaargumentation zu entdecken, weil klimatologische Argumentationen in die Zukunft zumeist auf induktiven Beweisführungen beruhen und damit mehr oder weniger wahrscheinliche Prognosen sind.

Es handelt sich dabei zumeist um ein hinterlistiges und nicht rechtzeitig beweisbares Hypothesenkonstrukt.

Im Internet wird u. a. der Nonsens manchen Klimaglaubens zunehmend herausgearbeitet.

Ein Lehrbeispiel für die Entlarfung von Trugschlüssen liefert http://www.science-skeptical.de. Zur Veranschaulichung  kann dabei z. B. folgende Metapher dienen:

„Sie gehen zu sechs Ärzten und fünf davon teilen Ihnen mit, man müsse Ihnen sofort den Arm amputieren, anderenfalls könnten Sie ihn sich in 50 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 75% brechen.“

Wie würden Sie sich wohl verhalten?

Ausgewähltes zur aktuellen Klimadebatte unter Pro und Kontra, die ja auch Wasserwirtschaftler interessieren könnten.

Ich glaube, dass bei der Klimaänderung das CO2 keine wesentliche Rolle spielt, weil der Einfluss der Wolken für mich plausibler ist, als die ca. 100 Millionstel CO2 zusätzlich in der Luft.

***

Pro CO2:

„Natürlich“ hat die Sonne überhaupt keinen Einfluss auf das Klima: Schwankende Sonnenaktivität ändert Erd-Temperatur kaum Schwankende Sonnenaktivität ändert Erd-Temperatur kaum. Schwankende Sonnenaktivitäten haben nach neuen Erkenntnissen des Wissenschaftlers Georg Feulner vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) kaum Auswirkungen auf das irdische Klima.

Kontra CO2:

Warum löst sich die Klimakanzlerin in Luft auf?

Die Klimakanzlerin löst sich in Luft auf!

 




Die Wahrscheinlichkeit der Prophezeiungen

Nach dem Lesen der Aphorismen von Georg Christoph Lichtenberg (01.07.1742 bis 24.02.1799), herausgegeben Insel-Taschenbuch 165 (1. Auflage 1976) kann man über das heutige Deutschland sehr nachdenklich werden.

Es entsteht der Eindruck, Lichtenberg wäre ein Zeitgenosse, so aktuell ist er. Ein Zitat, vielleicht über 200 Jahre alt:

Dieses ist eine Theorie, die meines Erachtens in der Psychologie eben das vorstellt, was eine sehr bekannte in der Physik ist, die das Nordlicht durch den Glanz der Heringe erklärt.

Aktuell befasse ich mich gerade im Rahmen zweier Gerichtsgutachten wieder mit der induktiven Beweismethode. Und da drängte sich mir folgende Überlegung auf:

  • Prognosen, wie z. B. die Beschreibung des Klimawandels (oder auch Planungen) beruhen auf induktiven Schlüssen.
  • Regelmäßig aber unterschlagen die meisten Propheten bei Ihren Verkündigungen, dass induktive Schlüsse nur in Verbindung mit der Wahrscheinlichkeit der Voraussetzungen korrekt sind. Und zudem gilt, dass trotz korrekter induktiver Argumentation falsche Schlüsse möglich sind. (Die Geschichte und die Welt der „Erkenntnis“ ist voll von Trugschlüssen.)
  • Je mehr Faktoren für ein Ereignis mit einer Wahrscheinlichkeit behaftet sind und für dessen Eintreten notwendig sind, umso unwahrscheinlicher wird die Prognose bzw. die Genauigkeit der Beschreibung. Wenn z.B. für ein Ereignis nur 4 Voraussetzungen notwendig sind und die selber mit einer z. B. schon sehr hohen Wahrscheinlichkeit von 70 % eintreten könnten, dann beträgt die Gesamtwahrscheinlichkeit nach dem Gesetz der Multiplikation der Wahrscheinlichkeiten für das gewünschte Ereignis nur 24 % (0,7 * 0,7 * 0,7 * 0,7 * 100 = 24 %).

Zur Erhöhung der Wahrscheinlichkeit von Prophezeiungen hatte Prof. Reicholf einen klugen Rat:

Wer behauptet, daß etwas so kommen wird, und es kommt nicht so, der sollte die Kosten zu tragen haben.

Mich erstaunt vor diesem doch recht einfachen Hintergrund (Grundlagenwissen der Logik) und insbesondere der bekannten Unsicherheit induktiver Schlüsse schon der Mut mancher Wissenschaftler zu derartigen Prophezeiungen.

Auch beim Gewässerschutz und bei der Abwassertechnik wimmelt es nur so von Prophezeiungen, wählen wir z. B. die Nitratprophezeiungen, wobei einige Behauptungen falsch sind:

Dreifacher Wert: Viel zu viel Nitrat in der Werse

Ahlener Zeitung -Ahlen – Die Werse ist stark nitratbelastet. Ab Ahlen übersteige der Wert sogar das Dreifache der Vorgaben, meldet der VSR-Gewässerschutz (Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse eV) und beruft sich auf seine jüngste März-Messung. …

VSR meldet hohen Nitratgehalt in der Werse

Borkener Zeitung – ‎Vor 13 Stunden‎
Nach den Vorgaben der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) solle das Wersewasser, um einen guten Zustand zu erreichen höchstens elf Milligramm pro Liter (mg/l) Nitrat aufweisen. Dieser Wert werde aber im gesamten Werseverlauf überschritten – ab

Streit um Nitrat im Main

Main Post – ‎13.06.2011‎
Im Main ist viel Nitrat. Zu viel, sagen Umweltschützer vom „Verein zum Schutz des Rheins und seiner Nebengewässer (VSR-Gewässerschutz eV)“ nach umfangreichen Messungen. Sie sehen „dringenden Handlungsbedarf“. Der Main unterschreitet die Nitratvorgaben

Streit um Nitrat im Main

Frankfurter Rundschau – ‎03.06.2011‎
Trübes Wasser, wuchernde Algen, sterbende Fische: Zeichen dafür, dass ein Fluss zu stark mit Nitraten belastet ist. Wie sieht es im Main aus? Der Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebengewässer (VSR) unternahm mit einem eigenen Laborschiff

Grundwasser häufig mit Nitrat belastet

Main-Spitze – ‎26.05.2011‎
Während Nitrate für Zierpflanzen und Rasenflächen unbedenklich sind, ja sogar als Dünger wirken können, ist bei Gemüsepflanzungen Vorsicht geboten. Dort können sich die oft durch landwirtschaftliche Nutzung ins Grundwasser eingeschwemmten Nitrate
(Offensichtlich, dass diese Meldungen gesteuert werden.)

Weitere Zitate von Lichtenberg.




Auf direktem Weg in die Klimadiktatur?

Ja, gerne!?

Ein Bericht des wissenschaftlichen Beirats, der die Bundesregierung in Klimafragen berät, sorgt für Aufruhr – manche sehen sogar die Demokratie in Gefahr.“ Siehe Artikel des FOCUS.

Wolfgang Wippermann:

Die sprechen sogar von der „internationalen Allianz von Pionieren des Wandels“. Und das erinnert mich an die faschistische oder kommunistische Internationale. Ob sie da hin wollen, weiß ich nicht. Aber die Sprache ist schon mal schrecklich und das macht mir Angst. Wer so spricht, der handelt auch. Das ist eine negative Utopie, eine Dystopie. Und wenn Utopisten am Werk sind, wird es immer gefährlich.

Nun, vor diesem Trend – der sich schon vergegenständlicht hat – wird schon seit Jahren von den verschiedensten Autoren gewarnt. Driessen, P.K., Öko-Imperialismus – Grüne Politik mit tödlichen Folgen (TvR Medienverlag 2006):

Die Debatten über gesellschaftliche Verantwortung, Beteiligung von Anspruchsgruppen, nachhaltige Entwicklung, Vorsorgeprinzip und sozial verantwortliches Investieren führten in zu vielen Fällen dazu, daß Wissenschaft und Logik durch interessengeleitete Strategien, politische Zweckmäßigkeit und eine neue Form von Tyrannei ersetzt wurden.

Im Kern ist momentan eine Art von anonymem Wirtschaftskrieg gegen das eigene Volk im Gange, der mit ideologischen Waffen – insbesondere mit den Geschützen des Vorsorgeprinzips und der  Nachhaltigkeit – ausgetragen wird. Gezählt werden ausschließlich die neugeborenen Sieger – die vom Ökologismus geschaffenen neuen Arbeitsplätze. Die flächendeckend Dahinsiechenden und die Öko-Leichen werden ausgeblendet. Verbunden ist das Ganze mit einer gewaltigen Entwertung vielerlei bisher geschaffener Anlagen und einer Entwertung von manchem Privat- und Volksvermögen. Auch dieser Aspekt verleiht dem ganzen Gewusel einen kriegsähnlichen Charakter. Uns Deutschen geht es einfach zu gut.  Und bevor sich der Deutsche überlegt, sein Geld zu sparen oder bevor man die Umsatzsteuer senken müsste, braucht man dringend Begründungen Deutschland nach dem II. Weltkrieg ein zweites Mal aufbauen zu müssen. Das sind neben Machterhalt die Hintergründe.

Vorsorgeprinzip und Nachhaltigkeit kommen listig getarnt mit dem Mantel des Guten daher. Tatsächlich wurden und werden diese Instrumente des Terrors und der Ökodiktatur zunehmend in Gesetzen verankert. Wie heißt es so schön: „Jedes Gesetz ist der Embryo des Terrors.“ Da weiß man, was nachhaltig auf die nächste Generation zukommt. Die zunehmende Macht der Vorsorgedoktrin erklärt sich auch aus der Vergreisung der deutschen Gesellschaft. Die Jugend ist nicht vorsorglich. Sie ist dynamisch und riskant. Nur auf diesen Eigenschaften beruht der Fortschritt. Ob am Ende das Vorsorgeprinzip der ängstlichen Alten aus der eigentlich tapferen Jugend nachhaltige kleine Idioten macht?  So der Eindruck, wenn kritischer Literatur gefolgt wird.

Bolz, N. (Quelle: Der Gesinnungsterror der politisch Korrekten ist eine Feind-Erklärung: Er stellt jeden liberal Denkenden in seiner Existenz in Frage, Focusartikel von Bolz, N. Focus 37/210, S. 64-66.) charkterisiert den Zustand der deutschen Gesellschaft so:

Niemand wagt es, einem unabhängigen Gedankenzug zu folgen. Deshalb gibt es auch keine großen Denker mehr.

Wer zurückschaut, schärft seinen Blick für die Wertung der Vorgänge in der Gegenwart: Es ist nur „wenige“ Jahre her, als Menschen in Durchsetzung des Vorsorge- und Nachhaltigkeitsprinzips verbrannt wurden, denn die Hexenverbrennung war – auf den Punkt gebracht – nichts anderes als die Durchsetzung des Vorsorgeprinzips, durch besonders gute Menschen, die es mit den Hexen und den von den Hexen betroffenen Menschen nur besonders gut meinten. Erst vor wenigen Tagen – so scheint es – notierte Georg Christoph Lichtenberg (1.7.1742-24.2.1799):

Wir verbrennen zwar keine Hexen mehr, dafür aber jeden Brief, worin eine derbe Wahrheit gesagt wird.

Dem Buch von Gärtner, Edgar L., Öko-Nihilismus, Eine Kritik der Politischen Ökologie (TvR Medienverlag Jena, 2007) ist auf Seite 168 zu entnehmen:

Die große Triebkraft der Völkerenentwicklung war niemals die Wahrheit, sondern der Irrtum„, schrieb der französische Arzt und Begründer der Massenpsychologie Gustave Le Bon 1895. „Die soziale Täuschung“, fährt Le Bon fort, „herrscht heute auf allen Ruinen, die die Vergangenheit auftürmte, und ihr gehört die Zukunft. Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen mißfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer.“ (S. 78) Le Bons Abhandlung über die „Psychologie der Massen“ wirkt noch heute so aktuell, als wäre sie hundert Jahre später geschrieben worden. Sie erklärt, warum es in der politischen Praxis meist einzelne Querköpfe und nicht Massenbewegungen sind, die den gesunden Menschenverstand zur Geltung bringen.
Dabei war Le Bon, bei allem düsteren Sarkasmus, sogar noch verhältnismäßig optimistisch. Er konnte noch die Hoffnung hegen, aus der Entgleisung der Französischen Revolution unter der Terrorherrschaft Robespierres und dem mißglückten Versuch, von einem leitenden Zentrum aus eine Gesellschaft um den Preis von Tausenden und Abertausenden von Toten ausschließlich nach Prinzipien der „reinen Vernunft“ umzumodeln, sei etwas gelernt worden. Heute wissen wir es besser. Der im Gefolge des Sturms auf die Bastille in die Welt gesetzte Revolutionsmythos war überaus verführerisch und stellte die magere, wenn nicht gar desaströse Bilanz der Schreckensherrschaft Robespierres in den Schatten. So kam im 20. Jahrhundert alles noch viel schlimmer.“

Wo ist bei dem selten hohen Stand von Wissenschaft und Technik das Licht am Ende des Tunnels, mag man fragen?

Die leisen Töne machen die Musik!




Logisches vom Klimaleugner

Grün-blaues Gefecht: „Klimaleugner“ und „Klimahysterie“

„Er halte es für verantwortungslos, „die gesamte Politik einem einzigen Ziel unterzuordnen, dessen Sinnhaftigkeit nicht eindeutig belegt ist: nämlich der Reduktion von CO2“, reagierte Haimbuchner auf die Aussagen Anschobers.

Die Frage des Klimaschutzes entwickle sich immer mehr zu einer „Klimahysterie“. Auch wenn er sich zu Klimaschutz und einem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen bekenne, werde er sich auch in Zukunft nicht an „Ideologien von Weltverbesserern und Utopisten orientieren“, sagt Haimbuchner. Energiesparende Maßnahmen werde er weiterhin fördern, „aber nicht zum Selbstzweck, sondern um leistbares Wohnen zu ermöglichen.“

Quelle: Grün-blaues Gefecht: „Klimaleugner“ und „Klimahysterie“

OÖ. Online GmbH & Co.KG.
4010 Linz, Promenade 2323.
Juni 2010

Ist es verantwortungslos, die gesamte Politik einem einzigen Ziel unterzuordnen, dessen Sinnhaftigkeit nicht eindeutig belegt ist: nämlich der Reduktion von CO2?

error: Content is protected !!