Mein Verständnis:

Effizienz bzw. Verhältnismäßigkeit des gewünschten Nutzens im Gewässer einerseits in Bezug auf die dafür notwendigen einmaligen und laufenden Aufwendungen andererseits unter Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeiten vom gewünschten oder erzielten Nutzen und Aufwand.

Kritik:

Heute spielt allerdings in der Praxis der Nutzen im Gewässer eher eine Nebenrolle oder hat eine Alibifunktion inne.

Relevant ist heute vielmehr, dass die Abwasserreinigung nach dem Stand der Technik vorgenommen wird, wobei die Effizienz zwar vorgeschrieben ist, aber in der Praxis eher keine oder eine unwesentliche Rolle spielt.

Das erkennt man auch an der erdrückenden Übermacht der Ingenieure gegenüber einer „handvoll“ Ökologen, die in der „Wasserwirtschaft“ zu finden sind.

Zudem verdient es nicht jede technische Entwicklung zur Norm zu werden. Nicolás Gómez Dávila brachte es krass auf den Punkt und der Leser mag über die Allgemeingültigkeit Dávilas Überlegungen entscheiden:

Um zu erreichen, daß der Techniker sich ausschließlich in seinem Amt befleißige, komprimiert die Industriegesellschaft sein Hirn, ohne seinen Schädel zu deformieren.

Der Schwerpunkt der Wasserwirtschaft liegt also heute zu oft beim Geschäft der Umweltwirtschaft als bei einer Effizienz im Umgang mit dem Wasser.

Wobei zu ergänzen ist: Und bei der Gewässerverwaltung als beim Gewässerschutz.

Mittlerweile sind wir an einem Punkt angekommen, an dem der ingenieurtechnische Gewässerschutz an vielen Orten zum Rückgang der Biodiversität und Populationsdichte am und im Gewässer führte.

Genau das Gegenteil dessen, was politisch ehemals als Ziel verkauft wurde.

Für all dies gibt es zahlreiche Indizien.

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